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Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Wörtlich übersetzt bedeutet Advent Ankunft. Vorstellen können wir uns Advent wie einen Bahnhof. Wir stehen in der Bahnhofshalle, weil wir wissen, dass Jesus angekommen ist. Wir warten dort, weil Jesus versprochen hat wiederzukommen. Und während der Wartezeit geschieht es, dass er mit uns Kontakt aufnehmen will als der, der gekommen ist und als der, der wiederkommen wird. Advent beschreibt diese drei Zeiten des Ankommens Jesu in unserer Welt und in unserem Leben. Jesus kam "Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn." (Lukas 4,18-19) Jesus nahm für sich in Anspruch, die Prophetenworte zu erfüllen und der Messias zu sein, auf den Israel wartete. Das Jahr des Herrn war mit Jesus angebrochen, Gott hat sich seinen Menschen in menschlicher Gestalt zugewandt. Diese Gegenwart Gottes bewirkte Gnade und wurde sichtbar an den Armen, Gefangenen, Blinden und Misshandelten. Die Armen erfuhren Gottes Annahme in Jesus Christus unabhängig von ihrer sozialen Stellung. Sie hatten keine materiellen Sicherheiten, auf die sie ihr Leben bauen konnten. Sie griffen nach Jesu Hand und wurden gehalten. Die Gefangenen erfuhren von Jesus Befreiung aus ihrer Schuld. Sie hörten Jesu Zusage, dass ihnen vergeben wurde im Vertrauen auf Jesus, und sie nahmen diese Zusage an. Sie waren frei für einen neuen Anfang. Den Blinden zeigte Jesus, worauf es wirklich ankam. Sie erkannten schon - ehe Jesus sie körperlich geheilt hatte - Jesus als Retter ihres Lebens. Das, so sagte Jesus, war die entscheidende Wende in ihrem Leben. Die Misshandelten erfuhren in Jesu Gegenwart Heilung ihrer Wunden. Sie waren nicht länger die Ausgegrenzten, an denen sich das Böse austobte, sondern erfuhren, dass Jesus stärker war als das Böse, das sie niedergeschlagen hatte. Viele Menschen waren mit Jesus mitgezogen, weil er sie befreite. Doch ihre Erwartungen an den Messias wurden Karfreitag und Ostern noch einmal zurecht gerückt. Jesus heilte nicht, um das Leben erträglicher zu machen, sondern er gab sein Leben, um den Weg zu Gott frei zu machen. Frei mit Gott zu leben hier und in Ewigkeit, das ermöglichte Jesus als Gottes Sohn. Wir stehen in der Bahnhofshalle und treffen auf Menschen, die bezeugen, das Jesus gekommen ist und ihr Leben verändert hat. Sie berufen sich auf die ersten Zeugnisse von Jesus, die in der Bibel aufgeschrieben sind, und sagen, so war es und so hat es sich auch in meinem Leben ereignet. Jesus wird kommen eine
Uhrzeit erscheint nicht. Es gibt Leute, die achtlos an den Wartenden vorübergehen.
Sie sehen ihre nahen Ziele vor Augen und rechnen nicht damit, dass der
wiederkommende Jesus etwas mit ihrem Leben zu tun haben könnte.
Die Wartenden aber befolgen
einen Rat, den Jesus seinen Jüngern gab:
Die Wartenden sind sofort zu erkennen. Sie haben tatsächlich ihren Kopf gehoben. Sie schauen voller Zuversicht zur Anzeigetafel. Sie scheinen ein klares Ziel vor Augen zu haben und nichts lenkt sie davon ab. Noch etwas anderes fällt bei diesen Reisenden auf. Sie tragen wenig Gepäck mit sich. Scheinbar brauchen sie nicht viel, um für Jesus bereit zu sein. Weder tragen sie Altlasten mit sich herum, noch haben sie eine Aktentasche, die ihre Auszeichnungen und Diplome enthält. Sie wissen wohl, dass sie von Jesus alles bekommen werden, was sie brauchen. Die Reisenden scheinen überhaupt nicht zu frieren, obwohl es in der Bahnhofshalle zugig und kalt ist. Sie verströmen Wärme, Liebe und in ihrer Nähe kann man erspüren, dass sie voller Hoffnung und Vorfreude ihrem Herrn entgegen fiebern, der sie in sein Reich mitnehmen wird. Sie alle haben Reiselektüre dabei und lesen immer wieder darin. Bei näherem Hinsehen ist es die Bibel, die sie in der Hand haben. Die erwartungsvollen Reisenden stehen selten vereinzelt. Sie bilden kleine Gruppen, die sich Mut zusprechen und unterstützen beim Warten. Und was das Erstaunlichste ist. Sie nehmen ihre Umgebung wahr, helfen Suchenden, laden ein, sich dazu zu stellen, geben ihre Reiselektüre weiter. Ihre Wärme ist so einladend, dass immer Neue dazu kommen. Manchmal lassen die ihr Gepäck einfach stehen, es ist ihnen offensichtlich nicht mehr wichtig. Jesus kommt Heute wird Luisa getauft. Ihr Eltern wollt ihr Gottes Zuspruch mitgeben: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht." (Josua 1,5) Ihr steht bei den Reisenden, die mit Jesus leben und auf seine Wiederkunft warten. Luisa wird mitten in dem Kreis der Wartenden aufwachsen. Sie wird von euch und uns als Gemeinde hören, wer Jesus ist. Und sie wird eines Tages selbst entscheiden, ob sie bei den Wartenden bleibt oder ihre eigenen Wege geht. Doch bis dahin und über den Zeitpunkt hinaus gilt Gottes Zusage, dass er Luisa nachgehen wird. Sie ist in dem Bahnhof "Leben" nicht allein gelassen. Jesus wird sein Handy niemals abschalten, wenn sie ihn anruft. Ihr als Eltern und wir als Gemeinde haben die Aufgabe, Luisa erfahren zu lassen, was es heißt, von der Gnade des Herrn zu leben. Wir sind die erste Bibel, die sie liest. Da brauchen auch wir Gottes Zuspruch, dass er uns die Freiheit schenken will, ihm ganz zu vertrauen, unsere Schuld von ihm vergeben zu lassen, unseren Blick auf ihn zu richten und unsere Wunden von ihm heilen zu lassen. Gott sei Dank durch alle
Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost
und Rat zu uns her gesendet hat.
Cornelia
Trick
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