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Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Manche von uns erleben diesen Gottesdienst als eine Erinnerung an ihre Taufe. Sie frischen wieder auf, was Gott ihnen vor langer oder kürzerer Zeit mit auf den Weg gegeben hat. Andere sind noch nicht getauft. Für sie läuft heute Gottes Werbeblock: „Lass dich in Gottes Arme locken, er ist für dich da!“ Grundlegendes zur Taufe hat Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Rom geschrieben. Auch sie wollte er daran erinnern, was Gott Großartiges in ihrem Leben getan hat. Römer 6,3-4+11 So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus. Wir könnten jetzt eine kleine Malstunde machen. Jeder und jede hier bekommt ein Blatt Papier und einen Stift. Die Aufgabe ist, sich selbst zu zeichnen, sowohl die Außen- als auch die Innensicht. Dann sammeln wir die Bilder ein und projizieren sie groß an die Altarwand. Ich stelle mir vor, dass uns das nicht unbedingt recht wäre. Sind die Bilder ehrlich gemalt, zeigen sie nicht nur unsere Schauseite, sondern auch unsere Untiefen, die wir gerne voreinander verbergen. Die Taufe bringt nun eine neue Perspektive. Wir sollen uns nicht mehr mit diesem selbstkritischen Blick betrachten, der besonders auf unseren Schwächen und Narben ruht. Wir sollen Gottes Perspektive auf unser Leben bekommen, und da steht neben uns Jesus, wir werden von ihm umarmt, seine Stärke gleicht unsere Schwäche aus. Wo unser Blick auf die Untiefen fiel, sehen wir jetzt Jesus, der seine Hand auf unsere Wunden hält und sie heilt. Das bedeutet, wir sind „in“ Christus hinein getauft. Wir sind in ihm, er umgibt und hält uns. Steht Jesus aber neben uns und umfängt uns, bleiben wir nicht, wie wir sind. Jesus verändert uns. Sein Tod am Kreuz hat direkte Auswirkungen auf unser Leben. Die Mächte der Sünde können uns nicht mehr dominieren. Alles, was uns von Gott wegbringen will, hat kein letztes Wort mehr. Im Zweifelsfall greift Jesus ein und schützt uns. Die Mächte des Bösen sind jetzt wie ein toter Flussarm, der vom Hauptstrom abgeschnitten ist und langsam austrocknet. Wir gehören nicht mehr zum toten Wasser, sondern zum lebendigen Strom. Die Taufe ist ein Herrschaftswechsel. Das Böse in allen Schattierungen hat nicht das letzte Wort, sondern Jesus. Doch dieser Herrschaftswechsel ist kein automatisiertes Programm: Kind getauft, Herrschaft gewechselt, kein Böses mehr, das diesen Menschen in längst tote Flussarme zurückzieht. Jesus liebt uns, und deshalb zwingt er uns nicht in eine Beziehung zu ihm, die wir gar nicht wollen. Getauft zu werden ist keine Zwangsheirat, die Unterdrückung und Brechen des Eigenwillens mit sich bringen kann. Die Taufe ist ein Angebot, und Jesus wartet, bis sein Angebot frei und voller Freude angenommen wird. Ja, es ist möglich, Jesus, der neben uns steht und uns umgibt, zu ignorieren. Es ist möglich, wie das Schaf, das verloren gegangen ist, die gute Gemeinschaft mit Jesus zu verlieren, sich zu verirren, den Weg nicht mehr zurück zu finden. Doch Jesus geht nach und wird sich nicht damit abfinden, dass eines von Gottes Kindern verirrt bleibt. Wenn wir dieses Kind jetzt taufen, wird sichtbar, was Jesus für uns tun will. Jesus macht seine Liebe nicht von unserer Zustimmung oder unserem Fleiß, unserem perfekten Leben oder unserer Intelligenz abhängig. Er verschenkt sich auf Hoffnung an ein Kind. Unsere Verantwortung ist es, dem Kind das Kennenlernen von Jesus zu ermöglichen. Kinder machen nach, was sie sehen, weniger, was sie hören. Auch dieser Täufling wird gute Antennen haben, wie wir mit Jesus leben, wie wichtig uns eine lebendige Beziehung zu ihm ist und welchen Stellenwert er in unserem Alltag einnimmt. Natürlich werden wir ihm biblische Geschichten erzählen, ihr als Eltern, wir als Gemeinde, aber wenn unser Leben nicht dazu passt, wir ein harter, nährstoffarmer Ackerboden sind, wird sich der Same von Gottes Liebe nur schwer entfalten können. Als Taufspruch habt ihr
als Eltern Josua 1,5 ausgewählt:
Diese Zusage ist ein besonderes Wort Gottes an Josua, bevor der das Volk Israel durch den Jordan ins Gelobte Land Kanaan führte. Es war eine riesige Aufgabe für Josua, der gerade zum Nachfolger des legendären Mose berufen worden war. Ein unbekanntes Land lag vor ihm, bewaffnete Feinde in befestigten Städten warteten auf die wehrlose Nomadentruppe. Drei Aspekte lassen sich von dieser Situation auf den Täufling übertragen:
Cornelia
Trick
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