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Apostelgeschichte 2,42 Liebe Kinder, liebe Älteren,
Gott hat uns Menschen als Adam und Eva geschaffen. Er stellte bei der Schöpfung der Welt fest, dass die Gemeinschaft Adams mit ihm nicht ausreichte, um Adam glücklich sein zu lassen. Er schuf Eva als Adams Gegenüber. Er wollte uns Menschen als Gemeinschaftswesen und gegenseitige Hilfe. Doch diese Schöpfungszeit ist lange her. Dazwischen liegt die Entfremdung des Menschen von Gott, Misstrauen gegenüber Gott, der Wunsch, selbst die Stelle Gottes einzunehmen. Die Gemeinschaft mit Gott ist zerbrochen. In direkte Mitleidenschaft wurde die Beziehung der Menschen untereinander gezogen. Kain brachte Abel um und so geht es in der Geschichte weiter bis heute. Wir zerstören Gemeinschaft durch Gefühle von Neid, wir reden schlecht übereinander, wir bilden Cliquen und sperren andere aus, haben keine Zeit füreinander. Jesus ist Gottes Antwort auf diese Zustände. Jesus möchte uns wieder in Kontakt zu Gott bringen. Er lenkt unseren Blick von uns selbst weg auf Gott. Er kennt unsere Sehnsucht nach Heimat und Angenommensein und stillt sie. Doch wie Gott im Garten Eden schon Adam Eva an die Seite stellte, so stellt Jesus uns auch in eine neue Gemeinschaft. Wer zu Gott gehört, der hat nicht nur den einen Bruder Jesus, der hat viele Brüder und Schwestern, die eine Gemeinde bilden. Im Mittelpunkt dieser Gemeinde ist Jesus, der uns als Großfamilie zusammenbringt. Über ihn sind unsere Kontakte zueinander entstanden. Er hält die unsichtbaren Fäden in der Hand, die uns hier verbinden. Wenn wir mit einem anderen in der Gemeinde eine Email austauschen, geht eine Kopie davon zu Jesus. Er initiiert und begleitet unsere Kontakte. Ein Bild, das uns Gemeinde gut vor Augen führt,
ist ein Windrädchen. Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt
sein, dass ein Windrädchen sich drehen kann. Es muss mehrere Facetten
haben. Nur mit einer Fassette könnte es sich nicht gleichmäßig
drehen. Es würde immer wieder stehen bleiben. Und es muss genug Wind
wehen, um das Rädchen anzutreiben. Dieser Wind kommt von Gott selbst,
sein Heiliger Geist bewegt und bringt die Gemeinde in Schwung, dass sie
nicht kraftlos in den Seilen hängt, sondern Gottes Liebe in die Welt
trägt.
Lehre Für
mich drücken drei Symbole die Lehre Jesu aus:
Gemeinde ohne Lehre? Das wäre bald langweilig, weil kein neuer Impuls mehr käme, die Leute im eigenen Saft vor sich hin schmoren würden. Gebet
Hört er wirklich zu? Oder führen wir Selbstgespräche? Jesus
gab uns deshalb den Auftrag, gemeinsam zu beten. Denn in diesem gemeinsamen
Gebet stehen wir miteinander für unsere Anliegen ein. Wenn einer mutlos
ist und Jesus bittet, ihm zu helfen, ergänzt eine andere und bittet
Jesus ebenfalls um neuen Mut. Ein anderer dankt Jesus, dass er versprochen
hat zu helfen und wieder eine andere fügt noch andere Personen hinzu,
die diese Hilfe gerade brauchen. So ist eine Gebetsgemeinschaft wie eine
Telefonkonferenz oder ein Chatroom mit Jesus. Neues tut sich auf und Jesu
Gegenwart ist spürbar.
Doch vielleicht macht eine solche Gruppe ja auch Angst. Alle können so perfekt formuliert beten, ihnen fällt immer etwas Neues ein und man selbst muss sich erst fünf Minuten den Satz zurechtlegen, den dann jemand anderes wegschnappt. Sehr eindrücklich war für mich, als mir eine Frau erzählte, wie sie gelernt hatte, laut zu beten. Sie saß mit ein paar Leuten aus der Gemeinde zusammen beim Tee und erzählte, dass sie bei Gebetsgemeinschaften zwar leise bete, aber nicht laut beten könne. Sie würde das sehr bedauern, weil sie wüsste, dass anderen dadurch etwas fehlen würde. Bei ihren Ausführungen reichte ihr jemand die Kekse, sie nahm sich einen und sagte laut und vernehmlich "danke". Ihr Nachbar lachte und sagte: "Du hast eben ein lautes Gebet formuliert. So natürlich, wie du es mir gegenüber ausgesprochen hast, kannst du es auch Jesus sagen." Eine Woche später hatte diese Frau schon erste Erfahrungen im laut Beten gemacht und war überglücklich. Die Gebetsgemeinschaft ist der Schnittpunkt, wo Jesus mit mir redet und ich in der Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern stehe, die mit Jesus reden. Es wäre schade, wenn wir an diesem Schnittpunkt der Vertikalen und der Horizontalen nicht zu finden wären. Gemeinde ohne Gebet? Das wäre ein Freizeitverein mit dem Thema: Sonntags nicht allein. Jesus bräuchte in solch einem Verein nicht mehr vorzukommen. Feiern Sie
lassen Gott zu Wort kommen, verströmen Freiheit, Freude, Zukunft und
Dankbarkeit. Sie sind ein Aufschrei gegen Vereinzelung und Verzweiflung.
Doch das können wir nicht durch noch so gute Organisation machen.
Die einzelnen, die in der Festgesellschaft zusammen kommen, bringen die
Begeisterung durch Gottes Gegenwart mit. Dann ist es egal, ob ein üppiges
Büffet aufgefahren wird, oder ob es zu dem Fest nur Tee und Kekse
gibt. Dann ist es egal, ob das Wetter gut ist oder alles in geschlossenen
Räumen stattfinden muss.
Wichtig ist, sich den Anlass des Feierns zu vergegenwärtigen. Nicht weil der Kalender das Fest vorschreibt, sondern weil Jesus uns mit seiner Gegenwart beschenken will, feiern wir ein Fest. Nicht weil eine magische Zahl erreicht wurde, feiern wir, sondern weil Jesus uns auf den Stationen der zurückgelegten Jahre begleitet hat, freuen wir uns miteinander. Nicht weil wir viele Geschenke wollen, heiraten wir, sondern weil wir die Gemeinschaft mit Jesus und der Gemeinde brauchen, um ein Leben lang zusammen zu bleiben. Gemeinde ohne Feiern? Das wäre ein trister Haufen von Leuten, die Gottes Liebe nicht bis ins Herz vordringen und sich von Jesus nicht mitreißen ließen. Teilen Diese
einfache Erkenntnis macht uns frei, von dem Empfangenen abzugeben. Bei
der Sonntagsschulmissionssammlung praktiziert ihr das Teilen. Eure Kollekte
bei den Kirchenkindern sammelt ihr für die Weltmission. In der Gemeinde
gibt es Leute, die ihre Zeit teilen. Sie sitzen am Bett von Sterbenden,
betreiben ein Frauencafé für arme Frauen, setzen sich ein,
um Alkoholkranken den Weg aus der Sucht zu zeigen. Andere bringen sich
für Jesus ein, indem sie ihm Zeit zur Verfügung stellen und in
der Gemeinde mitarbeiten, ihren Freunden helfen, ihnen von Jesus erzählen.
In diesem Familiengottesdienst möchte ich aber auch nennen, was ihr Kinder mit uns Älteren teilen könnt. Wir Erwachsenen brauchen eure unbekümmerte Fröhlichkeit, euer unkompliziertes Gottvertrauen, eure Bereitschaft, einander zu vergeben und wieder gut miteinander zu sein. Wenn ihr sonntags aus den Kirchenkinderräumen kommt, dann werden wir daran erinnert, dass auch wir allen Grund haben, fröhlich zu sein, uns über Jesus in unserem Leben zu freuen und das auch zu zeigen. Vielleicht beschäftigen uns gerade komplizierte Fragen, dann sehen wir an euch, dass wir die Jesus übergeben können, denn er sorgt für uns. Teilt diese Lebensfreude mit uns, lacht uns an und habt keine Angst vor unseren manchmal verkniffenen Gesichtern. Jesus will, dass wir von euch lernen, auch wir brauchen Lehrer und Lehrerinnen. Gemeinde ohne Teilen? Sie würde die Liebe
nur in sich hinein stopfen, vor lauter Festgelagen bald aus den Fugen geraten
und platzen. Alle 4 Facetten des Windrades sind nötig, um lebendige, bewegende Gemeinde zu sein. Wir sind gerufen, uns von Gottes Geist anstoßen zu lassen. Allein können wir nichts bewegen, gemeinsam kommt Gottes Liebe zu uns zum Ausdruck. Cornelia
Trick
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