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Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Pfingsten ist nicht nur das fröhliche, liebliche Frühlingsfest mit freien Tagen zur Entspannung, sondern dem Ursprung nach ein Sturm aus Gottes Höhe mit Feuer und Sturm. Sind wir vorher bildlich gesprochen als Sklaven in einer römischen Galeere in Ketten gelegt gewesen, reißt uns der pfingstliche Sturm die Ketten vom Leib, wir sind seit Pfingsten nicht mehr auf der Galeere, sondern freie Segler im Weltenmeer. Jedes Jahr neu vergegenwärtigen wir uns diesen Pfingst-Tornado Gottes, wir hören auf seinen Nachhall und bereiten uns vor, dass Gottes Geist jederzeit wieder ein Leben komplett durchschüttelt und auf eine neue Grundlage stellt. Paulus war es ein wichtiges Anliegen in seinem Brief an die Gemeinde in Rom, die Gemeinde einmal zu erinnern, dass sie vor Gottes Eingreifen wie Sklaven zwar unentwegt rudern mussten, aber immer in die falsche Richtung, immer auf den sicheren Tod zu. Dass sie aber seit Gottes Eingreifen mit Gottes Geist unterwegs waren, frei, die Richtung selbst zu bestimmen. Zwischen der Galeere und dem freien Segelschiff steht Pfingsten, die Verbindung von Vorher und Nachher. Römer 7,24-8,2 Vorher - Nachher So stellt Paulus fest, dass der Mensch als Gefangener auf der Galeere festgebunden ist, sein innerer Zwang lässt ihn in die Richtung rudern, die er nie wollte, und die Folge ist sein sicherer Tod. Der Sklave schreit aus tiefster Seele: „Wer kann mich erlösen?“ Aus eigener Kraft kann er sich nicht befreien, bleibt innerlich zerrissen, auch wenn er längst erkannt hat, dass die Werber auf dem Markt ihn unter Vorspiegelung falscher Tatsachen auf die Galeere gelockt hatten. Doch er entdeckt nun einen Hoffnungsschimmer, Jesus ist mit auf der Galeere, Gott sieht sein Elend. Nach der Befreiung hat auf dem Schiff ein Herrschaftswechsel stattgefunden. Gott hat durch den Sturm die Ketten gelöst, die Sklaventreiber sind entmachtet worden, die Sünde als Schiffsführer aus dem Boot geworfen worden, und Jesus hat die Leitung übernommen. Der zuvor verzweifelte Sklave findet sich wieder in einer Mannschaft, die freiwillig und gern unter Jesu Kommando segelt. Jeder und jede weiß durch ihre persönliche Beziehung zu Jesus, durch die Funkverbindung zu Jesus, wo das Ziel liegt und welchen Kurs man nehmen muss. Es ist kein Widerspruch mehr zwischen Wollen und Tun. Zwischen Vorher und Nachher steht Pfingsten Erkenntnis
Gemeinschaft
Befähigung
Der Heilige Geist befähigt jeden und jede mit der Gabe, die gebraucht wird. Wenn sich in der Gemeinde jemand fragt, dass seine oder ihre Gaben aber gar nicht gebraucht werden oder dass er oder sie gar keine hat, die gebraucht werden, dann liegt es sicher nicht am Heiligen Geist, der vergessen hat zu befähigen, sondern an der Gemeinde, die zu phantasielos ist, um die Gaben einzubeziehen, die Jesus für die Gemeinde vorgesehen hat. Pfingsten heute Wir in der Gemeinde haben diesen Sturm mehrheitlich schon erlebt. Pfingsten ist eine Erinnerung an die große Lebenswende, die bei dem einen plötzlich, bei der anderen ganz allmählich vollzogen wurde. Doch Pfingsten ist mehr als Erinnerung, es ist wie ein Starkregen, der uns erinnert, dass wir bloß nicht wieder in die alte Lebensweise zurückkehren sollten. Das geschieht schneller als gedacht. Freunde von uns hatten einen Stallhasen. Er wurde sehr alt, die Kinder waren längst aus dem Haustieralter heraus. Eines Tages, sie waren im Urlaub und ein Nachbar fütterte das Tier, ließ er aus Versehen den Stall offen. Als er am nächsten Tag in den Garten kam, war er hell entsetzt, der Stallhase war weg. Doch schon ein paar Schritte weiter atmete er auf, der Stallhase saß dick und fett erwartungsvoll vor der Haustür der Freunde. Offenbar wartete er auf die Fütterung. Nun sind wir hier keine Stallhasen, aber dieses Verhalten ist uns vielleicht nicht unbekannt. Wir sind seit unserem persönlichen Pfingsten frei von der Macht, immer mehr zu wollen. Und doch setzen wir uns brav wieder in die Galeere, greifen nach dem Ruder und setzen die Fahrt in den Tod fort. Das geht ja auch ohne Ketten und Peitsche. Da rückt der Gedanke in den Mittelpunkt: Ich kann mir am besten selbst helfen, und wenn ich mir nicht helfe, kann mir sogar Gott nicht mehr helfen. Da schleicht sich Misstrauen in die Gemeinschaft. Kann ich dem andern trauen? Oder Gemeinschaft wird als lästig angesehen. Was interessieren mich die Geschichten der anderen, Hauptsache ich bringe meine Themen an die Leute. Gemeinschaft wird gelebt wie im Sandkasten, alle sitzen im gleichen Sand, aber jeder baut seine Türmchen in seiner Ecke. Da rückt die Zielrichtung der Befähigung aus dem Blickwinkel. Ich sehe nicht mehr ein, dass ich meine Gaben für andere einbringen soll. Sie bleiben bei mir und verkümmern. So leicht kehren wir wieder auf die Galeerenplätze zurück, wenn nicht immer wieder ein Starkregen uns bewusst macht, dass die Ketten gesprengt sind. Wir haben großartige Lebensperspektiven seit Pfingsten, Jesus ist mit uns verbunden und hört unsere Gebete. Wir sind in eine neue Gemeinschaft gestellt von Schwestern und Brüdern, die weltweit zusammen gehören. Diese Gemeinschaft trägt und hält, ermutigt und hilft voran zu kommen. Eine ist für den anderen da und befähigt, mit ihren Gaben das Schiff voran zu bringen. Ich glaube an den Heiligen Geist: Gott zeigt sich mir im mächtigen Sturm, im Starkregen und oft auch im Landregen. Er verändert mich, schenkt mir Erkenntnis meiner Situation, Gemeinschaft mit freien Kindern Gottes und Gaben, mit denen ich ihm Ehre machen kann. Daraus folgt: Ich glaube,
Cornelia
Trick
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